Die Nummer 1 im Kreativ-Ranking der beiden Branchenzeitschriften “werben&verkaufen” und “Horizont” heißt wieder Springer & Jacoby. Nach dem für ihre Verhältnisse bescheidenen 5. Platz im Vorjahr eroberte sich die Hamburger Werbeagentur jetzt die Pole-Position zurück. Allerdings hat die deutsche DDB-Gruppe bereits die Verfolgung aufgenommen und setzt zum Sprung auf den Spitzenplatz an. Da Springer & Jacoby im kommenden Jahr auf die Teilnahme an Kreativwettbewerben verzichten will, dürfte der Weg zum Gipfel frei sein. Sofern Vorjahressieger Jung von Matt seinem Konkurrenten keinen Strich durch die Rechnung macht. Die Agentur landete in diesem Jahr “nur” auf Rang 3, war aber in der Vergangenheit sehr häufig an der Spitze zu finden.

-gekürzt-
Auf den Folgeplätzen liegen Ogilvy & Mather, Scholz & Friends und die BBDO Group Germany.
Networkagenturen sind Hotshops im Kreativranking inzwischen dicht auf den Fersen.
In diesem Jahr hat DDB den Spitzenplatz zwar knapp verfehlt, allerdings ist davon auszugehen, dass die VW-Werber alles daransetzen werden, im kommenden Jahr den Gipfel zu erklimmen. Vor einigen Jahren wäre das schlichtweg undenkbar gewesen. Jahrelang waren die klassischen Kreativschmieden Springer & Jacoby, Jung von Matt und Scholz & Friends auf die Top-Positionen abonniert.
Von den Networkagenturen schaffte es auch Ogilvy & Mather, wieder oben mitzuspielen. Mit der geballten Power von vier Agenturen ist es der Gruppe mit Deutschland-Hauptsitz in Frankfurt erneut gelungen, ihren Platz unter den Top 5 zu verteidigen. Allerdings rückt Branchen-Dickschiff BBDO mit seinen Töchtern immer dichter an den Wettbewerber heran.
Zu den Top-Aufsteigern zählen:
Neue Digitale (Platz 8 ): Die Multimedia- Agentur räumt mit Adidas ab.
Nordpol (Platz 10): Die Hamburger machen Renault zur Kreativmarke.
Young & Rubicam (Platz 14): Rückkehr ins Ranking nach fünf Jahren.
Ein schlauer Coup von Springer & Jacoby?
Wohl wissend, dass die 2005 gewonnenen Preise für eine Rückkehr auf den 1. Platz im Kreativranking reichen dürften, hat die Agentur schon im September angekündigt, vorerst keine Wettbewerbe mehr zu beschicken. Das erinnert ein wenig an einen Spitzensportler, der nach einem furiosen Comeback auf dem Gipfel seines Ruhms den Rücktritt vom Profisport bekannt gibt. Aber warum tut er das?
Aus Angst, nicht mehr gut genug zu sein? Aus Angst, vor jüngeren, ehrgeizigeren Sportlern, die heute den Biss haben, der ihm im Laufe der Jahre verloren gegangen ist? Wenn das die Gründe wären, so hätte der Rückzug wenigstens etwas Sportliches. Tatsächlich ist es aber so, dass die Hamburger Werber ihre „Wettbewerbspause“ damit begründen, dass kaum noch „ehrliche“ Arbeiten eingereicht werden. Mit anderen Worten: Die Agentur wirft sich selbst und ihren Wettbewerbern vor, in der Vergangenheit die Regeln des Fair Play missachtet zu haben.
[Quelle: horizont.net]