Monatsarchiv für August 2005

STUDIE:
Internet wird TV nicht verdrängen
Das besagt eine Eco Verband der deutschen Internetwirtschaft im Vorfeld der IFA. In einer Expertenbefragung gaben 81 Prozent der Fachleute an, dass ihrer Meinung nach die meisten Bundesbürger auch in zehn Jahren die TV-Kanäle noch per Satellit oder Kabel beziehen werden – und nicht etwa über das Internet.

Internet begleitet TV-Konsum
Das Fernsehen entwickelt sich zunehmend zum Begleitmedium – und wird auch parallel zu anderen Medien genutzt. 45 Prozent der jüngeren Medienkonsumenten können räumlich betrachtet Internet und TV parallel nutzen, die Hälfte von ihnen macht von dieser Möglichkeit regelmäßig Gebrauch. Das besagt eine Studie der IBM Business Consulting Services (BCS) und des Zentrums für Evaluation und Methoden (ZEM) der Universität Bonn.
“Der lange prophezeite Wandel des Fernsehens hin zu einem Nebenbeimedium ähnlich dem Radio hat längst eingesetzt”, so das Fazit von Andreas Neus von IBM Business Consulting Services.

Frau B.

Weblogs als PR-Tool

news aktuell und Mummert Communications veröffentlichen ein Mal pro Quartal Tendenzen und Entwicklungen in der Kommunikationsbranche.

Welche Rolle spielen Internet-Tagebücher heute bereits in der PR-Arbeit?
Weblog und deren Bedeutung in der PR Arbeit

In ihrem aktuellen PR-Trendmonitor befragten sie dazu Pressesprecher und PR-Agenturen. Gut ein Viertel aller Befragten ist der Ansicht, dass Weblogs ein wichtiges Thema sind. Ebenfalls gut ein Viertel hält Weblogs dagegen lediglich für eine Modeerscheinung. Jeder fünfte Befragte weiß überhaupt nicht, was ein Weblog ist. Insgesamt nahmen im Juli 2.467 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen am PR-Trendmonitor teil.

Frau B.

“Beck’s it”-Accessoires

Beck’s sucht vom 31. August bis zum 25. November 2005 die besten Entwürfe für Accessoires aus dem Mode- und Interieurbereich – alles, was ein Outfit oder eine Einrichtung perfekt macht, ob Zuhause oder im Club. Von Schmuck über Taschen und Gürtel hin zu Leuchtobjekten, Sitzelementen oder Aschenbechern. Wichtig: Die Gestaltung muss qualitativ hochwertig und anspruchsvoll sein.

Kreative Designer sind aufgefordert, mit dem Beck’s-Logo, den Farben und Formen zu spielen und sie in einen neuen Kontext zu setzen. Ziel des Wettbewerbs ist es, qualitativ ansprechende und innovative Design-Ideen zu verwirklichen.

Die “Beck’s it”-Accessoires werden auf der Design-Messe “Ambiente” in Frankfurt auf dem dortigen H.O.M.E.-Stand Mitte Februar 2006 ausgestellt.

Frau B.

Dschungel Feeling im Bus

Verkehrsmittelwerbung zum Draufsetzen: Ströer DSM hat für den Leipziger Zoo erstmals einen Linienbus mit so genannten Seat-Ads versehen. Alle Sitze sind vollflächig vierfarbig mit Motiven des Leipziger Zoos bedruckt.

Sitzen im Tierfellmuster

Sowohl die Straßenbahn als auch der Bus wurden von den LVB (Leipziger Verkehrsbetriebe) zusammen mit der Firma Ströer Deutsche Städtemedien gestaltet. Auf grünem Untergrund sind Tiermotive wie Giraffen und Orang-Utans zu sehen. Ganz neu ist die Innengestaltung des Busses: Die Sitze sind mit einem künstlichen Zebra- und Leopardenfellmuster überzogen. LVB-Geschäftsführer Hanss sagte, Ziel sei es gewesen, den Bus so zu gestalten, dass er sich für die Fahrgäste anfühle wie ein Besuch im Zoo. “Seat Ads”, nennt Arne Reinertz, DSM-Geschäftsbereichsleiter Transportmedien die neue Werbeform. “Wir wollen den Bus deutschlandweit zu Präsentationszwecken einsetzen”, so Reinertz.


Seit August 2001 ist die LVB bereits mit einem Straßenbahnwagen in Elefantenform im Stadtverkehr unterwegs, um für den Zoobesuch zu werben.

Stationen der Deutsche-Städte-Medien GmbH
· 1922 wird in Frankfurt am Main die “Städte-Reklame GmbH” gegründet. Erste Gesellschafterstädte sind Frankfurt, Kassel und München.
· 1935 entsteht aus 5 regionalen Tochtergesellschaften die “Deutsche Städte-Reklame GmbH” (DSR). 16 Geschäftsstellen bewirtschaften 7.300 Werbesäulen bzw. Tafeln.
· 1938 erwirbt die DSR die Berliner “Propaganda-AG”, den Vorläufer der Werbering GmbH – bis heute Tochtergesellschaft der DSM.
· Zwischenbilanz in den 70-er Jahren: 30.000 Anschlagflächen in 720 Pachtorten, Partnerschaft mit 40 Verkehrsbetrieben und ein Wachstum von 18% (gegenüber 4% der Branche).
· 1978 erreicht die DSR einen Umsatz von 100 Mio. DM und kann durch Firmenübernahmen ihre Position im Markt ausbauen.
· In den 80-er Jahren gründet die DSR zahlreiche Tochter- und Beteiligungsgesellschaften (DEGESTA, HAW, HVW, P.A.P.).
· 1990 wird die “DSR Außenwerbung GmbH”, Halle gegründet; 1991 sind 27 Städte Gesellschafter der DSR.

· Ende 2003 übernimmt Ströer für 270 Mio. Euro von 27 deutschen Kommunen den damaligen Branchenprimus Deutsche Städte Medien (DSM) und verzeichnet heute als der neue Marktführer 2004 ein Umsatzplus von 132 Prozent auf 412 Mio. Euro. Damit ist Ströer heute der weltweit fünftgrößte Anbieter für Außenwerbung.

Die Strategie der Größe von Ströer.

Frau B.

‘Google Talk’

Die Internet-Suchmaschine Google plant schon bald mit ‘Google Talk’ einen Dienst für Instant Messaging auf den Markt zu bringen.
Google Talk (in der Beta-Version) ermöglicht Instant Messages auszutauschen sowie über das Internet kostenfrei zu telefonieren (Voice over IP). Voraussetzung ist ein E-Mail Account bei Google. Die dort vorhandenen Kontakte werden automatisch in den Messenger übernommen, so dass die Kommunikation mit Kontaktpersonen schnell gestartet werden kann.

Google Desktop Suche

Vor kurzem erst hat Google seine Desktop-Suche erweitert. Google Desktop Search hilft Webseiten, die angesehen wurden, E-Mails, die gesendet oder empfangen wurden, IM-Chats und Dateien auf dem Computer zu finden.
Die jetzt veröffentlichte Beta-Version durchsucht nicht nur den Inhalt der Festplatte, sondern verfügt zusätzlich über eine Navigationsleiste. Diese blendet je nach persönlicher Auswahl unter anderem Nachrichten, Fotos, Wettervorhersagen und E-Mails ein. Bei der Personalisierung der Suchfunktionen liefert sich Google derzeit einen Wettkampf mit Yahoo.

Einen Beitrag zu ‘Yahoo Mein Web’ gab es bereits im Juni.

Die Suche auf der lokalen Festplatte, die ‘Google Desktop’ zudem ermöglicht, sehen Experten wiederum als Angriff auf Microsoft. Bislang war die Suche auf dem eigenen PC meist eine Microsoft-Angelegenheit. ‘Google Desktop ist eine neue, leichte Art Informationen zu bekommen – ohne zu suchen’, sagte Google-Direktorin Marissa Mayer. Das Programm ist derzeit nur in englischer Sprache verfügbar, soll aber in Kürze auch in weiteren Sprachen angeboten werden.

Englishtalk als ‘Die Native-Speaker Agentur’ gestartet

Als eine Mischung aus Werbeagentur und Übersetzungsbüro gründete Alex Woodruff die Englishtalk Ltd. Zielgruppe: kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Produkte exportieren, und Agenturen, die Unternehmen dieser Prägung zu ihren Kunden zählen.
Woodruff: “Exportfirmen wissen ganz genau, Marketing Communications müssen auch kulturell stimmen. Aber das können Nicht-Muttersprachler nur sehr selten bewältigen.” Die als Die Native-Speaker Agentur positionierte Neugründung “konzipiert, gestaltet, adaptiert und schreibt sämtliche Marketingkommunikation” für den internationalen Markt.
Zu den betreuten Unternehmen gehören z.B. Temmler Pharma und Die Steinbeis Stiftung und zu den Agenturen z.B. Beaufort 8 und Berger Baader Hermes.

STUDIE:
Direct Mail war im ersten Halbjahr nach Fernsehen, Tageszeitungen und Publikumszeitschriften das am vierthäufigsten genutzte Medium im deutschen Werbemarkt. Die Bruttowerbeaufwendungen für Direct Mail betrugen bis Ende Juni insgesamt knapp 1,5 Milliarden Euro. Bezogen auf alle Medien (klassische Medien sowie Direct Mail, Internet und Kino) entspricht dies einem Werbemarktanteil von 13,5 Prozent. Das besagt eine aktuelle Studie des Hamburger Marktforschers Nielsen Media Research.

Im Schnitt erhielt jeder Haushalt im ersten Halbjahr 2005 insgesamt 229 Direct Mails (102 Prospekte, 58 Wurfzettel, 45 Werbebriefe, 23 Kataloge und eine Postkarte). Umgerechnet auf eine Woche sind dies neun Werbesendungen pro Haushalt.

Unter dem Motto ,Schickes Wohnbüro’ lädt die die Hamburger Agentur Scholz & Friends NeuMarkt mit ihrem Kaffee-Großkunden erstmalig in das Wohnbüro einer jungen Frau ein. Scholz & Friends NeuMarkt plant und wickelt seit der Agenturgründung 1998 die Vermarktung seines gesamten Non-Food-Bereichs ab.

Für das aktuelle Wohn- und Bürosortiment von Tchibo wurde unter www.schickes-wohnbuero.de eine eigene Website entwickelt.
Diese präsentiert die einzelnen Produkte, die beim Anklicken als 3-D-Modell erscheinen, mit denen man das Loft der jungen Frau einrichten kann. Online-Bestellmöglichkeiten sind auf der Homepage ebenfalls vorhanden. Realisiert wurde der Auftritt in Zusammenarbeit mit der Agentur Bildschirmarbeit42, Kassel.

www.schickes-wohn-buero.de
Büro

www.schickes-wohn-buero.de
Wohnen

www.schickes-wohn-buero.de
Schlafen

“Im Sinne orchestrierter Kommunikation wird die wöchentliche neue Welt von Tchibo nicht nur im Magazinheft, TV, per Anzeigen, Schaufensterdekoration, Mailings, Beilagen und über tchibo.de kommuniziert, sondern zusätzlich und erstmals um einem separaten Internetauftritt, der mit tchibo.de verlinkt ist, ergänzt. Die Idee trägt sich durch sämtliche Kommunikationskanäle.”

Die beiden Musiksender MTV und Viva wollen die Werbung für Klingeltöne massiv einschränken.
MTV wolle ab Oktober in der Zeit zwischen 16 Uhr und 24 Uhr überhaupt keine Klingeltonwerbung mehr zulassen, berichtet der ‘Spiegel’.
Bei Viva soll ab März kommenden Jahres eine Sperrzeit eingeführt werden.
Als Begründung für diesem Schritt nennt der ‘Spiegel’ die von Sender-Chefin Catherine Mühlemann geplante Neuausrichtung der Musikkanäle. Die häufig nervtötenden Spots würden sowohl Zuschauer als auch klassische Werbekunden vergraulen. Diese bräuchten die Sender aber, um die Wachstumsvorgaben des Muttwerkonzers Voacom erfüllen zu können.

Die Musikindustrie zeigte sich über die Pläne entsetzt, heißt es in dem Bericht weiter. Die Musiksender seien die wichtigste Werbeplattform für Klingeltöne, die für die Plattenlabels mittlerweile eine erhebliche Einnahmequelle darstellten. Für die beiden Kanäle birgt diese neue Strategie auch große Risiken: Laut ‘Spiegel’ stammen mitunter mehr als 40 prozent der Werbeeinnahmen aus Klingeltonwerbung.

[wuv Newsletter 22.08.2005]

Frau B.

Rechtssprechung

Deutsche Werbung in englischer Sprache ist nicht irreführend

Wird eine für den Weltmarkt konzipierte Werbung im Internet in englischer Sprache geschaltet und von deutschen Verkehrskreisen auf Grund unzulänglichen Sprachverständnises falsch verstanden, so ist dies nach Auffassung der Richter des Oberlandesgerichtes (OLG) Köln hinzunehmen.

Wie die Richter weiterhin feststellen, führt auch eine wissenschaftlich unkorrekte Bezeichnung nicht zu einer relevanten Irreführung, wenn sich im Sprachgebrauch der beteiligten Verkehrskreise eine eigene, die wissenschaftlich Differenzierungen verneinende Begrifflichkeit herausgebildet hat.

OLG Köln vom 6.8.2004 ; 6 U 36/04
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