Große Markenartikler in den USA setzen zunehmend auf kleine Werbeagenturen. Wie die New York Times am Montag dieser Woche berichtete, trennen sich Masterfoods, Anheuser-Bush, Coca-Cola und Unilever immer häufiger von ihren großen Agenturen und vertrauen ihre Werbegelder stattdessen kleinen, flinken und unabhängigen Companys an. Die kleinen Kreativschmieden überzeugen die Markengiganten vor allem mit unkonventionellen Ideen und optimaler Betreuung.
So schnappte sich jüngst die kleine australische Agentur “Nitro” den Etat der Schokoladen-Marke Dove (Masterfoods), die niederländische Agentur “180” hat den Einstieg bei Motorola geschafft. “Wir haben nicht 50 Kunden”, begründet Nitro-Chef Chris Clarke den Erfolg seiner kleinen Agentur. Deshalb haben die Kunden direkten Kontakt zu unseren erfahrenen Top-Leuten und werden nicht von einem behäbigen mittleren Management ausgebremst.”
Und noch etwas macht die kleinen, renommierten Häuser, zu denen die New York Times auch “Anomaly”, “Bartle Bogle Hegarty“, “Mother”, “Strawberry Frog” und “Taxi” zählt, einzigartig: Sie verbringen mehr Zeit in den Büros des Kunden, als in den Räumen der Agentur.
Mit diesem Konzept gelang Nitro eine außergewöhnliche globale Karriere. Das ursprünglich australische Unternehmen eröffnete 2002 ein Büro in Shanghai, feierte in China und anderen asiatischen Ländern große Erfolge mit den Marken Dove, M&M und Snickers, wagte dann den Sprung nach London, wo zusätzlich der Kunde Unilever gewonnen wurde und bearbeitet seit letztem Jahr den größten Werbemarkt der Welt mit einem Büro in New York.
[Absatzwirtschaft Newsletter 06.04.2005]
Schon gewusst? In Deutschland gibt es inzwischen mehr Handy- als Festnetzanschlüsse. Und dass sich das Handy nicht nur zum Telefonieren eignet, ist unter Werbungtreibenden wie BMW, Nike, Ferrero oder Jägermeister längst kein Geheimnis mehr. Mobile Marketing hat laut manchen Experten das Zeug, eine neue Epoche der Kommunikationspolitik einzuleiten. Warum?
Hier ist es zu lesen:
So weit ist es schon: Das Mobiltelefon hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland zum Kommunikationsmedium Nummer eins entwickelt. Mit einer Penetrationsrate von 78,3 Prozent übertrifft es die Verbreitung von Festnetzanschlüssen (65,7 %) bei weitem. Dass sich das Handy nicht nur zum Telefonieren eignet, ist unter Werbungtreibenden wie BMW, Nike, Ferrero oder Jägermeister längst kein Geheimnis mehr. Nun hat sich das Institut für Marktorientierte Unternehmensführung in seinem Arbeitspapier “Effective Mobile Marketing” dem Thema angenommen. Die Mannheimer beleuchten die Grundlagen von Mobile Marketing und zeigen anhand von drei Mobile Marketing-Kampagnen, welche Faktoren den Einsatz des Werbemediums Handy zum Erfolg werden lassen.
Die Vorteile von Mobile Marketing Kampagnen sind bekannt: Direkte Kundenansprache, Ubiquität, Innovationskraft, Interaktivität und virale Effekte lauten die herausragenden Eigenschaften von mobilen Kampagnen. Dieser Meinung waren die 110 Marketingverantwortlichen, die für die Untersuchung befragt wurden.
Trotz aller Vorzüge, auch beim Mobile Marketing ist nicht alles Gold, was glänzt: Als bedeutendsten Nachteil sehen knapp 60 Prozent der Befragten den hohen Aufwand bei der Konzeption und Durchführung. Gleichzeitig glauben 56,5 Prozent, dass die Kreativität der Kommunikationsmaßnahmen durch die Verwendung des Mediums erheblich eingeschränkt wird. Weitere 46,8 Prozent machen sich Gedanken über die Seriosität von mobilen Kampagnen und weisen in diesem Zusammenhang auf die Gefahr der Überlastung und des Spamming hin. So befürchten die meisten der Befragten, dass sich für Mobile Marketing durch die Nutzung von unseriösen Anbietern ein ähnliches Problemfeld eröffnen könnte wie für Werbe-E-Mail. Zur Zeit wird diese Gefahr zwar noch als gering eingeschätzt, doch die Experten weisen diesbezüglich auf die Notwendigkeit einer sorgfältigen Kontrolle der Entwicklung des Mobile Marketing hin.
Wer noch wissen will, wie erfolgreiche Kampagnen aussehen, der kann die Studie gegen eine Schutzgebühr von 25 Euro bei Tina Reichhardt vom Institut für Marktorientierte Unternehmensführung unter Telefon 0621/181-1755 oder E-Mail service@imu-mannheim.de bestellen.
Der deutsche Download-Markt soll in diesem Jahr um 137 Prozent auf 484 Millionen Euro zulegen. Bereits in zwei Jahren erwartet der der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) ein Marktvolumen von deutlich mehr als einer Milliarde Euro (siehe Grafik). Der Verband bezieht sich hierbei auf eine aktuelle Studie des European Information Technology Observatory (EITO).
Im Download-Markt fasst BITKOM online verfügbare Musik, Spiele, Videos, Texte und Bilder zusammen. Nicht enthalten sind reine Software sowie Inhalte für den geschäftlichen Bereich. ‘Die Bereitschaft, im Internet Geld auszugeben, ist in den Privathaushalten deutlich gestiegen’, kommentiert Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder die Ergebnisse der Studie. Die Zeit der Kostenlos-Kultur gehr zu Ende, gleichzeitig steige die Qualität der Angebote, macht Rohleder der Branche Mut.
Mehr als ein Drittel der Umsätze (187 Millionen Euro) entfallen zurzeit auf Online-Videos. ‘Hier macht sich vor allem die gestiegene Zahl der Breitband-Anschlüsse bemerkbar’, so Rohleder. Der Markt für Online-Musik ist mit 34 Millionen Euro dagegen noch verhältnismäßig klein, soll aber in den kommenden Jahren stark wachsen – auf rund 420 Millionen im Jahr 2008.
Eine ähnliche Größenordnung könnte der EITO-Untersuchung zufolge bis 2008 das so genannte Online-Gaming erreichen (495 Millionen Euro). Größter Markttreiber für Online-Inhalte werden laut BITKOM Text- und Bildinformationen sein. In diesem Segment sollen die Umsätze bereits im laufenden Jahr 156 Millionen Euro erreichen und bis 2008 auf eine Milliarde Euro wachsen. Insgesamt, so schätzt der Verband, werden die deutschen Endkunden im Jahr 2008 für Online-Inhalte rund 2,6 Milliarden Euro ausgeben.
mit Grafik download
[wuv Newsletter 05.04.2005 ]
STUDIE:
Die Zahl der privaten Internet-Zugänge in Deutschland ist im ersten Quartal 2005 wieder gestiegen, wenn auch nur geringfügig. Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresquartal von 57 auf 61 Prozent lasse auf eine ‘gewisse Sättigung’ schließen, so die Forschungsgruppe Wahlen Online zu den Ergebnissen ihrer aktuellen Erhebung. Insgesamt besitzen der vorgestellten Studie zufolge 34 Prozent der Befragten einen DSL- oder Breitband-Zugang, 36 Prozent einen ISDN- Anschluss, und 26 Prozent nutzen den Anschluss über ein analoges Modem. Das Interesse an den schnellen Internet-Zugängen wächst dabei linear mit der durchschnittlichen Verweildauer im Datennetz. Am höchsten ist der Anteil mit 68 Prozent bei jenen, die über zehn Stunden in der Woche online sind, bei einer Nutzung bis zu zwei Stunden beträgt er lediglich 19 Prozent.
Obwohl noch immer mehr Männer als Frauen das Internet nutzen, holen letztere doch stark auf. Ihr Anteil belief sich im untersuchten Zeitraum auf 56 Prozent (plus sechs Prozentpunkte), der der Männer liegt bei 67 Prozent (plus zwei Prozentpunkte). Auch der Bildungsstand ist weiterhin maßgeblich für das Interesse am Internet. Während vier von fünf Deutschen mit Hochschulreife über einen Anschluss verfügen, sind es nur einer von fünf Hauptschülern ohne Lehre.
Selbstständige liegen der Untersuchung zufolge in ihrem Nutzungsverhalten mit 80 Prozent deutlich über dem Durchschnitt, während Arbeiter mit 38 Prozent unterdurchschnittlich oft das Internet für sich nutzen. Im Mittelfeld rangieren einfache und mittlere Angestellte und Beamte (63 Prozent) sowie leitende und höhere Angestellte und Beamte (67 Prozent). Für die repräsentative Umfrage befragte die Forschungsgruppe Wahlen insgesamt 3762 Deutsche ab 18 Jahren.
Studie
[eMarket Newsletter 04.04.2005]
Nur wenige Websites im deutschsprachigen Internet entsprechen internationalen Standards: Nur etwa vier Prozent der Sites enthalten reines W3C-HTML, berichtet VNUnet unter Berufung auf eine Erhebung von Validome. Das sei insbesondere deswegen bedenklich, da die Nutzung des fehlertoleranteren Internet Explorers weiter abnehme und durch Firefox ersetzt werde.
Fast die Hälfte aller Sites benutzt der Untersuchung zufolge Javascript, gut sechs Prozent verwenden Flash.
CSS ist inzwischen auf mehr als der Hälfte der Sites im Einsatz.
Bei den Webservern dominiert mit 86 Prozent der Apache-Webserver, gefolgt vom ISS-Server mit gut zehn Prozent.
Drei Viertel der deutschsprachigen Websites sind unter .de zu finden, zweitgrößte Gruppe sind vor den .com-Domains die österreichischen .at-Domains.
[eMarket Newsletter 31.03.2005]
America Online (AOL) bietet einen Blogdienst für seine jugendlichen Mitglieder an. Auf der Site können Mitglieder ihr Tagebuch anlegen und bestimmen, ob sie ihren Blog für die Allgemeinheit oder nur für eingeladene Gäste freigeben. Jugendliche bis 15 Jahren dürfen ihre Blogs nämlich nicht veröffentlichen, berichtet der Branchendienst News.com.
Jedes Mitglied kann bis zu zehn Blogs anlegen. Wird der Blog 75 Tage lang nicht aktualisiert, wird er von AOL geschlossen. Die Jugendlichen können das Layout ihrer Blogs selbst gestalten und aktuelle Nachrichten hinzufügen. Jede Woche werden die fünf am häufigsten besuchten Blogs gekürt.
Eine von AOL in Auftrag gegebene Umfrage unter Jugendlichen ergab, dass 49 Prozent ihre Gefühle lieber einem Blog anvertrauen als ihren Eltern. 84 Prozent wollen nicht, dass beliebige Personen ihre Blogs lesen. Blogs sind für die Jugendlichen spannender als gewöhnliche Webseiten, da sie dort bestimmen können über wen sie sprechen und sich ihnen die Möglichkeit bietet, über Hobbies und Lieblingsstars zu diskutieren.
“Wir sind überzeugt davon, dass unsere über fünf Millionen jungen Mitglieder dies als den besten Ort online sehen werden, an dem sie ihre Kreativität ausdrücken und ihre Gedanken austauschen können”, erklärt Malcolm Bird, Manager der Teens&Kids-Abteilung bei AOL. Die Konkurrenten MSN und Yahoo betreiben noch Betaversionen ihrer Blogdienste. Yahoo 360 soll noch diese Woche in der Endversion gelauncht werden.
[www.absatzwirtschaft.de]
Blogs sind bei Online-Nutzern in den USA beliebt, gemessen an der Gesamtbevölkerung jedoch kaum relevant. Wie aus einer aktuellen Gallup-Umfrage von CNN und USA Today hervorgeht, sind nur sieben Prozent der US-Amerikaner mit Blogs “sehr vertraut”. 56 Prozent geben hingegen an, mit Weblogs “gar nicht vertraut” zu sein.
Bei Internetusern ist der Anteil jener, die Blogs mehr oder weniger regelmäßig lesen, allerdings relativ hoch. Wie die Gallup-Umfrage zeigt, werden Blogs am häufigsten von jüngeren Internetusern gelesen. Im Februar 2005 verfolgten 44 Prozent aller US-Internetuser zwischen 18 und 29 Jahren – 91 Prozent dieser Gruppe sind Internetuser – Blogs mehr oder weniger regelmäßig. Bei den 30- bis 49-Jährigen liegt der Anteil bei 37 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen bei 34 Prozent.
Blogger, das sind User, die Blogs täglich lesen, geben laut Angaben der Agentur Blogads.com an, in Blogs Nachrichten zu finden, die sie sonst nirgendwo finden. Ebenfalls drei Viertel meinen, dort sei die “Perspektive besser”. 60 Prozent glauben, Blogs sind ehrlicher, ebenso viele sind überzeugt, dass sie schnellere Nachrichten bieten als andere Medien. 44 Prozent bevorzugen Blogs als Informationsquelle, weil dort die Ausrichtungen (Standpunkt des Autors) transparenter sind. 35 Prozent glauben, dort die neuesten Trends zu erfahren.
[absatzwirtschaft Newsletter 30.03.2005]
Die Möbelkette Ikea, Hofheim-Wallau, unterstützt den Ostermontag gestarteten vierten TV-Spot ihrer aktuellen Kampagne mit einem Internet-Forum. Unter www.lebst-du-schon.com sollen Besucher über die Kreativität der Ikea-Werbung streiten. Das Forum wurde von der Hamburger Agentur Grimm Gallun Holtappels entwickelt, die TV-Kampagne entstand in der Londoner Kreativschmiede St. Luke’s (Produktion: Joschmid, Berlin). Die Commercials sind auf den Privatsendern RTL, Sat 1 sowie Pro7 zu sehen (Media: Magic Moments, Düsseldorf).
[wuv Newsletter 29.03.2005]

Unter www.vplusfriends.de bringt die Brauerei C. & A. Veltins, Meschede-Grevenstein, ein kostenloses Kontaktforum ins Internet. Motto: ‘Vlirten, Vreizeit & Verreisen mit V+’. Zum Start können sich – nach einem Casting – 60 Personen per ‘V+’-Etikett in millionenfacher Auflage vorstellen. Zeitgleich startet eine neue TV-Kampagne. Kooperationspartner ist der Sender Viva.
Zielgruppe der Kampagne sind Verbraucher zwischen 18 und 39 Jahre. Marketingleiter Herbert Sollich möchte einen ‘Rundum-Service’ bieten, ‘der zugleich Markenflair vermittelt’. Bisher lief das Produkt V+ offenbar gut: Im vergangenen Jahr registrierte die Brauerei ein Plus von 54 Prozent auf 228.100 Hektoliter. Die Biermix-Range V+ wurde 2001 eingeführt.
In einer weiteren Marketingaktion setzt C. & A. Veltins den Marken-Claim ‘Irgendwann erfrischt es jeden’ gemeinsam mit Bild.T-Online in Szene: User können ihre Freunde mit einer persönlichen Boulevard-Schlagzeile in den April schicken. Dabei werden sowohl Name als auch Foto des Adressaten integriert. Die Auswahl der Überschriften reicht von ‘Verkehrschaos-Verursacher’ bis zum ‘Webcam-Skandal’. Für den Aha-Effekt ist gesorgt, wenn der Adressat den Link zur täuschend echten Bild.T-Online.de-Seite bekommt. Per Schneeball-Prinzip soll die Aktion eine Eigendynamik entwickeln (Agentur: Vesch, Hamburg).
Der Online-Suchmaschinenbetreiber Google übernimmt das US-amerikanische Software-Unternehmen Urchin. Über den Kaufbetrag wurde nichts bekannt. Urchin bietet Website-Betreibern und Anzeigenkunden Tools an, mit denen sie Nutzerverhalten analysieren können.
[eMarket Newsletter 29.03.2005]